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02. Juli, 2010

Ich habe mir diese Woche wirklich anders vorgestellt. Und auch anders gedacht. Jetzt, wo all der Stress vorbei ist und der Sommer begonnen hat, den ich seit Wochen herbeisehne, passiert nichts. Nein, das stimmt nicht ganz. Passiert ist ganz viel. Zu viel vielleicht? Bin ich zu sehr noch mit Nachdenken und Nachsinnen beschäftigt, um schon bereit zu sein das ganze in die neue Story einzubauen? Ich wusste, dass diese Woche noch nicht der absolute Anfang meines Schreibsommers wird- zu lange habe ich mein social life vernachlässigt, zu viele Freunde standen Schlange und kämpften um einen Eintrag in meinem Timer. Und jetzt? Das Universum scheint anderer Meinung zu sein als ich. Jedes einzelne Verabredung, die ich geplant hatte, jedes Treffen mit obengenannten Vernachlässigten, das ich sorgsam über die ganze Woche verteilt hatte, hat sich in Nichts aufgelöst. Es ist als würde mir jemand Einzelhaft verordnen, um mir den letzten Kick noch zu geben, der mich zum schreiben bringt.. oder zwingt. Denn um die Langeweile zu bekämpfen, die so eine Woche mit sich bringt, in der man dann wider Erwarten jeden Tag aufs Neue versetzt wird, ist doch das beste Gegenmittel immer noch das Kopfkino. Und was mache ich? Ich lese. Dabei sollte ich Bücher doch nicht lesen, sondern schreiben. Oder bedingt das eine das andere? Ich weiß es erst, wenn ich die letzten 20 Seiten von “Ausgelöscht” durch haben werde, was wahrscheinlich noch heute der Fall sein wird. Sehr wahrscheinlich sogar. Vorher kann ich nicht anfangen zu schreiben. Das arme Buch, will doch fertig gelesen werden. Jaja, Ausreden, ich weiß. Aber wirkungsvoll. Und sie maskieren doch alle nur meine Angst. Die Angst davor, dass ich die Geschichte, die ich Anfang Mai begann, zu lange liegen habe lassen, so lange, dass ich es nicht mal rechtzeitig zum Begräbnis der Figuren geschafft habe. Ganz zu schweigen von dem Anschluss der mir fehlt. Aber ich weigere mich, mir die Seiten, die ich schon habe- und das sind gar nicht wenige- durchzulesen, um wieder rein zu kommen. Damit sich mein innerer Kritiker nicht mit dem Rotstift darüber hermacht und mir am Ende gar nichts bleibt. Aber je länger ich darüber schreibe zu schreiben, desto mehr möchte ich schreiben.

So, jetzt habe ich doch geschrieben. Und gut hat´s getan.

Eure
VSM

Kommentare zu diesem Beitrag

Fallon Mecham

schrieb am Juni 13, 2011 um 7:19 pm Uhr

Ich bemerke gerade in diesem Moment dass ich diesen Blog deutlich haufiger aufrufen sollte :) - da kommt der Leser wirklich auf super Ideen

Roulette System

schrieb am Juni 17, 2011 um 6:08 am Uhr

Herrlich, endlich habe ich das wirklich kapiert

Roulette System

schrieb am Juni 17, 2011 um 11:10 pm Uhr

Grundsatzlich betrachtet dies eine geniale Geschichte, ich bin mir nicht sicher, ob das auf Dauer realistisch brauchbar bleibt.

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