09. April, 2010
Neulich im Auto: Aus meinen Lautsprechern schallt mir Silbermond´s Krieger des Lichts entgegen.
Nun bin ich nicht eine, die immer lauthals alle Texte im Auto mit schiefem Ton mitlallen muss,
da singe ich schon lieber innerlich und höre gleichzeitig die Texte noch, wie sie gemeint waren.
Und so traf es mich: Krieger des Lichts, nicht ohne Grund mein derzeitiges Lieblingslied.
Doch die Gründe hierfür scheinen mir jetzt in einem ganz anderen Licht. In der intensiven Schreibphase, in der ich mich gerade befinde, kann ich gar nicht anders als alles mit besonderen Ohren zu hören.
Lange Rede, kurzer Sinn: Dieses Lied könnte auch eine Hymne für Schriftsteller sein.
Denn ist es nicht so, dass man sich von nichts und niemanden ablenken lassen sollte, egal ob Schreibtraining oder auch ganz besonders dann, wenn man an einer guten Sache schreibt?
Sei wie der Fluß, der eisern ins Meer fließt
Der sich nicht abbringen läßt egal wie schwer’s ist
Und auch Mut braucht man als Autor sicher einen besonderen, sind es doch die Geschichten, die man über das sichtbar Mögliche hinaus entwickelt, die Besonderen. Dort wo die anderen aufhören eine Geschichte zu erzählen, beginnt da nicht erste die Wahrheit?
Selbst den größten Stein fürchtet er nicht
Auch wenn es Jahre dauert bis er ihn bricht
Auch die Sache mit dem Durchhaltevermögen verlangt einige Übung- nur die, die es wirklich wollen, werden die Zeit finden, sich wirklich hinzusetzen, Tag für Tag, und zu schreiben. Egal was es ist- einfach schreiben. Und das ohne Ausflüchte.
Und wenn Dein Wille schläft, dann weck ihn wieder
Denn in jedem von uns steckt dieser Krieger
Aber aller Mut ist nichts wert, wenn die Geschichten nicht so geschrieben sind, dass man dem Leser etwas anbietet, an dem er selbst teilhaben kann, an das er sein Herz verlieren kann, sich mitfreuen, mitleiden kann.
Dessen Mut ist wie ein Schwert
Doch die größte Waffe ist sein Herz.
Auch Angst ist fehl am Platz, wenn man eine wirklich gute Geschichte schreiben will. Denn dort, wo die anderen sich nicht rantrauen, wo für andere eine Grenze ist, die sie nicht wagen zu überschreiten, liegt die Chance, etwas Einzigartiges zu schaffen.
Hab keine Angst vor Deinen Schwächen
Fürchte nie Deine Fehler aufzudecken
Und zum Schluss noch die größte aller Herausforderungen. Denn ich glaube, man sollte wenn man etwas schreibt, alle Möglichkeiten offenhalten, den Figuren alle Freiheit lassen, die sie verlangen. Und deswegen passt auch dieser Textteil finde ich sehr gut auf die Profession des Autors. Denn genau das macht es so wunderbar, die Tatsache, dass wir mit unserem Geist, mit unseren geschriebenen Worten auf Papier alles möglich machen können.
Wenn wir wollten, könnten wir sogar unsere eigene Geschichte umschreiben, nur um zu sehen, was wäre wenn?
Lerne vergeben und verzeihen
Lerne zu fesseln und zu befreien
Das waren nur ein paar schnelle Zeilen zwischendurch.
Ich hoffe ihr verzeiht mir die womöglich sehr wirren Gedanken, aber ich wollte all dies notieren, wo es noch frisch ist.
Eure
VSM