keinen Strich weiter geschrieben. Meine Geschichte steckt. Und das, obwohl sich der Plot so schön vor mir ausbreitet. Und in regelmäßigen, schön getimten Abständen mir entgegen brüllt “Schreib mich, schreib mich” Und was mach ich? Ich male. Um wenigstens irgendeine Art von kreativem Outlet zu haben. Ich male, also bin ich Künstler? Ich schreibe nicht, also bin ich… was?
Vielleicht geht es so nicht, vielleicht geht es nicht mit Druck, vielleicht geht es nicht, wenn man sich denkt, das letzte Manus war so einfach, das muss doch zu wiederholen sein. Der Sommer ist vorbei, nur wenige der Sommertage habe ich ausgenützt, zum Schreiben auf “meinem” Schreibplatz, auf der Terrasse in der Sonne, den Blick in die Ferne gehend, wenn er nicht grade mit Kopfkino beschäftigt war. Aber ist das nicht Selbstbetrug? Ist es nicht ein easy Excuse? Zu sagen, jetzt ist der Sommer vorbei, zu kalt die Temperaturen um noch auf meinem Platz zu sitzen und zu schreiben, weils draußen einfach zu kalt ist? Sollte man nicht, unbeeindruckt von allem, was um einen rum passiert, schreiben können, wo immer man ist, ja sogar schreiben wollen, egal welche Jahreszeit, Uhrzeit? Soweit die Wunschvorstellung, in der Theorie natürlich ein ganz machbarer Deal, aber in der Praxis… nun, in der Praxis steh ich mir selbst im Wege. Und obwohl ich Zeit genug habe, mein Manuskript endlich fertig zu schreiben, kommen mir tausendundein Möglichkeiten in den Sinn, was ich stattdessen tun könnte. Doch immer wieder schieben sich in letzter Zeit Bilder in meinen Kopf, Bilder und Stimmen. Nein, ich werde nicht verrückt, auch wenn man das meinen könnte. Es sind Bilder aus meinem Plot, dem Teil, der bisher nur in meinem Kopf lebt, und Stimmen von meinen Figuren, die versuchen, die Handlung voranzutreiben. Das Kopfkino aus ihrer eigenen Kraft zu starten, so dass ich keine andere Wahl habe, als mich hinzusetzen, weil das was ich auf der Leinwand in meinem Kopf abspielt zu gut ist, um es vorüber ziehen zu lassen, ohne mitzuschreiben. Und doch, die Figuren sind noch nicht stark genug- können sie ja auch nicht sein. Wie denn, wenn ich ihnen noch nicht mal den Weg geebnet habe, den Weg der zum ersten Konflikt führt, der sie endlich mit Purpose erfüllt, der dem Buch endlich Substanz geben würde. Dabei gibt es das alles schon. Es ist zum aus der Haut fahren- ein Plot vor der Nase zu haben und ihn trotzdem nicht aufschreiben zu können, einfach nur weil die Schriftstellerin auf der faulen (kreativen) Haut liegt, und lieber malt als schreibt, weil das bequemer ist und man dazu keine Worte braucht.
So geht´s doch nicht weiter. Echt. Ich hoffe auf Besserung. Und gelobe sie auch. Wenn ich nur wüsste, dass es was hilft…
Eure
VSM
