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11. September, 2010

keinen Strich weiter geschrieben. Meine Geschichte steckt. Und das, obwohl sich der Plot so schön vor mir ausbreitet. Und in regelmäßigen, schön getimten Abständen mir entgegen brüllt “Schreib mich, schreib mich” Und was mach ich? Ich male. Um wenigstens irgendeine Art von kreativem Outlet zu haben. Ich male, also bin ich Künstler? Ich schreibe nicht, also bin ich… was?
Vielleicht geht es so nicht, vielleicht geht es nicht mit Druck, vielleicht geht es nicht, wenn man sich denkt, das letzte Manus war so einfach, das muss doch zu wiederholen sein. Der Sommer ist vorbei, nur wenige der Sommertage habe ich ausgenützt, zum Schreiben auf “meinem” Schreibplatz, auf der Terrasse in der Sonne, den Blick in die Ferne gehend, wenn er nicht grade mit Kopfkino beschäftigt war. Aber ist das nicht Selbstbetrug? Ist es nicht ein easy Excuse? Zu sagen, jetzt ist der Sommer vorbei, zu kalt die Temperaturen um noch auf meinem Platz zu sitzen und zu schreiben, weils draußen einfach zu kalt ist? Sollte man nicht, unbeeindruckt von allem, was um einen rum passiert, schreiben können, wo immer man ist, ja sogar schreiben wollen, egal welche Jahreszeit, Uhrzeit? Soweit die Wunschvorstellung, in der Theorie natürlich ein ganz machbarer Deal, aber in der Praxis… nun, in der Praxis steh ich mir selbst im Wege. Und obwohl ich Zeit genug habe, mein Manuskript endlich fertig zu schreiben, kommen mir tausendundein Möglichkeiten in den Sinn, was ich stattdessen tun könnte. Doch immer wieder schieben sich in letzter Zeit Bilder in meinen Kopf, Bilder und Stimmen. Nein, ich werde nicht verrückt, auch wenn man das meinen könnte. Es sind Bilder aus meinem Plot, dem Teil, der bisher nur in meinem Kopf lebt, und Stimmen von meinen Figuren, die versuchen, die Handlung voranzutreiben. Das Kopfkino aus ihrer eigenen Kraft zu starten, so dass ich keine andere Wahl habe, als mich hinzusetzen, weil das was ich auf der Leinwand in meinem Kopf abspielt zu gut ist, um es vorüber ziehen zu lassen, ohne mitzuschreiben. Und doch, die Figuren sind noch nicht stark genug- können sie ja auch nicht sein. Wie denn, wenn ich ihnen noch nicht mal den Weg geebnet habe, den Weg der zum ersten Konflikt führt, der sie endlich mit Purpose erfüllt, der dem Buch endlich Substanz geben würde. Dabei gibt es das alles schon. Es ist zum aus der Haut fahren- ein Plot vor der Nase zu haben und ihn trotzdem nicht aufschreiben zu können, einfach nur weil die Schriftstellerin auf der faulen (kreativen) Haut liegt, und lieber malt als schreibt, weil das bequemer ist und man dazu keine Worte braucht.
So geht´s doch nicht weiter. Echt. Ich hoffe auf Besserung. Und gelobe sie auch. Wenn ich nur wüsste, dass es was hilft…

Eure
VSM

11. August, 2010

Ich habe gerade mit großem Schrecken bemerkt, dass ich seit genau einem Monat keinen Blogeintrag mehr geschrieben habe. 30 Tage ohne ein Lebenszeichen, 720 Stunden ohne Inspiration. Naja, nicht ganz ohne. Denn ein bisschen bin ich seitdem schon in meinem Romanprojekt weiter gekommen. Nicht so weit, wie ich es mir gewünscht hätte, aber das liegt wohl eher an meinem unrealistischem Perfektionismus-Zwangsstörung als an den reelen Gegebenheiten. Oder doch nicht. Ich weiß es nicht. Denn wenn ich es gewollt hätte, wäre ich jeden Tag, wirklich jeden Tag, gesessen und hätte in die Tasten gehauen, als gäb´s kein Morgen. Aber stattdessen hat mich die Inspiration jeden Tag ein Stückchen mehr allein gelassen, jeden Tag ist die Geschichte ein bisschen weiter weg gerückt. Und ich versuche weiterhin, am Tau zu ziehen, um sie wieder einzuholen. Ich stehe am Ufer, mit diesem faustdicken Tau in den Händen, an dessen anderem Ende mein Plot auf der Meeresoberfläche treibt, wie ein Eisberg, der Großteil unter Wasser. Und die Schreibübungen werden mir helfen, ich weiß es- und zum ersten Mal kann ich der Tatsache etwas Gutes abgewinnen, dass ich nicht nach Zeitplan schreiben muss, es gibt keinen Verlag, der auf mein Manuskript wartet. Dabei bin ich sicher, dass sich meine kreativen Kräfte so schnell um sich selber drehen würden, wenn da einer wär. Aber noch schreibe ich für mich- und nicht für einen Verlag.

So- und das war jetzt verkehrte Psychologie.Vielleicht klappts dann auch mit dem Verlag?
Sachdienliche Anfragen bitte direkt an mich :-)

Eure
VSM

09. Juni, 2010

Eigentlich weiß ich, dass auch ein Schriftsteller seinen Arbeitsalltag haben sollte,

Eigentlich ist mir bewusst, dass mich nichts vom Schreiben abhalten können sollte,

Eigentlich habe ich ohnehin enorm viel Stoff, der aufgeschrieben werden will,

Eigentlich würde ich im Moment nichts lieber tun, als einfach nur zu schreiben,

Eigentlich wäre nichts schöner, als alles andere einfach stehen, sitzen und liegen zu lassen.

Eigentlich ist eigentlich ein blödes Wort.

Denn mein Alltags-Ich gewinnt dieser Tage  immer und immer wieder haushoch gegen mein Schriftsteller-Ich. Der Alltag als Feind aller Kreativität, heißt es nicht so?
Und im Moment ist mein Alltag massiv. Massiv vollgepackt. Noch einen ganzen Monat lang. Aber ich tröste mich mit dem Gedanken an den Juli und August, wo sich mein Schriftsteller-Ich dann wieder frei entfalten kann, stundenlange Schreibsessions auf der Terrasse genießen wird und kreativ sein, unendlich kreativ sein kann. Und vielleicht sogar mein Manuskript fertig schreibt…

Bis dahin seid mir nicht böse, wenn ich meinen Blog ein wenig ruhen lasse.
Der böse Alltag ist´s.

Eure
VSM

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